Interview mit dem Management

Welche Arbeitsphilosophie wird bei Frauenthal Automotive verfolgt?

Amit Bedi:
Als Marktführer bieten wir ein breites Produktportfolio und entwickeln individuelle Lösungen für unsere Kunden. Unser einzigartiges Produktionsnetzwerk in verschiedenen Ländern in Europa und in China bietet nicht nur Liefersicherheit, sondern auch Flexibilität und vor allem technologische Schwerpunkte und Möglichkeiten, Kosten zu optimieren. Wir wollen Neues entwickeln und hervorragende Ergebnisse erzielen, die einen außerordentlichen Kundennutzen bringen. Parallel dazu setzen wir auf kontinuierliche Verbesserung in jedem Schritt des Prozesses, unsere Philosophie des Miteinanders und die laufende Weiterentwicklung unseres technischen Know-hows.

 

Die Business Unit Gnotec entwickelt und erzeugt für seine anspruchsvollen Kunden unterschiedlichste Metallkomponenten. Welche Schlüsselkriterien ergeben eine erfolgreiche Entwicklung?

Stefan Ottosson:
Herausragende Qualität und Services sowie eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden – das sind unsere Erfolgsfaktoren. Mit modernen Technologien im automatischen Pressen, Laserschneiden, Pressbiegen und Schweißen fertigen wir Teile begonnen bei einzelnen Prototypen bis hin zu Losgrößen in Millionenhöhe. In dieser wettbewerbsintensiven, globalen Geschäftswelt setzen wir weiterhin auf die laufende Verbesserung von Effizienz und Produktivität. Als übergeordnetes Leitmotiv für alle Aktivitäten gilt unser Slogan „Keep it simple“.

 

Gnotec verfügt neben fünf Produktionsstandorten in Schweden und der Slowakei auch über ein Werk in China.

Stefan Ottosson:
Jedes unserer Werke weist eine spezialisierte Produktion in seiner eigenen Nische auf. Die Vorteile sind klar: Konzentration auf die jeweiligen Kernkompetenzen und ein effizienter Output mit hoher Produktivität. Die Standorte befinden sich strategisch in der Nähe der wichtigsten Kunden. Auch nach China sind wir unseren europäischen Kunden gefolgt, weil sie sich im Zuge der Internationalisierung auch in Zukunftsmarkt China angesiedelt haben. Als Gruppe mit einem globalen Fußabdruck sind wir wettbewerbsfähiger, weil wir unsere bestehenden Kunden auch in neuen Märkten unterstützen können. Wir produzieren in unserem Werk in Kunshan für den chinesischen Markt.

 

Innovationen sind für Frauenthal Automotive ein wichtiger Wachstumsmotor. Wie fördern Sie ein innovationsfreudiges Klima?

Josef Unterwieser:
Unser Innovations-Ansatz baut darauf auf, dass jeder Einzelne in unserem Unternehmen seine Kreativität einbringen kann. Unser Ziel ist es, Produkte, Prozesse und die Art, wie wir uns organisieren, innovativer zu gestalten. Unsere „innovative Energie“ entsteht, indem wir in unseren Workshops Mitarbeiter verschiedener Unternehmensbereiche zusammenbringen, um an neuen Herausforderungen und deren Lösung zu arbeiten. Unsere flexiblen Fertigungsprozesse werden wir weiterhin optimieren und der Philosophie von „One-piece-flow“ sehr nahe kommen. Diese Flexibilität ist bereits heute eine Stärke der Behälterwerke von Frauenthal Automotive. Wir sind in der Lage, die richtige Menge zur richtigen Zeit am richtigen Lieferort bereitzustellen – das unterscheidet uns vom Wettbewerb. Nur so können wir unsere Marktführerschaft für die Zukunft absichern.

 

Stichwort Mehrwert für den Kunden: Wie entsteht dieser?

Amit Bedi:
Jeder Mitarbeiter in jedem Werk soll sich in unsere Kunden hineindenken und tagtäglich an der Erfüllung der Kundenbedürfnisse arbeiten. Außerdem trachten wir danach, alle Aspekte in der Wertschöpfungskette zu verstehen, aber auch permanent zu hinterfragen, um den Kundennutzen des Produktes zu erhöhen. Unser Anspruch geht aber noch weiter: Wir nutzen all unsere Fähigkeiten, um Lösungen anzubieten, die für unseren Kunden höchste zusätzliche Vorteile  bringt. Gemeinsam mit Lieferanten erforschen wir neue Materialien, entwerfen neue Designs und entwickeln Prototypen, die bei internen Prüfungen im Labor und unter realen Bedingungen und Versuchen strengen Tests unterzogen werden.

 

Wie läuft die Entwicklungspartnerschaft in den unterschiedlichen Business Units konkret ab?

Jörgen Oldenstedt:
Bei Gnotec setzen wir voll auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden, auch wenn diese Zusammenarbeit von Kunde zu Kunde unterschiedlich ist. Das reicht von einer gemeinsamen Entwicklung, bei der unsere Ingenieure einige Tage pro Woche bei Kunden verbringen und der Entwicklungsabteilung helfen, das Design der Komponenten zu optimieren. Andere Kooperationen laufen hingegen traditioneller ab: Wir produzieren Prototypen und geben dazu Verbesserungsvorschläge ab.

Jörg Hessler:
Als Behälterproduzent arbeiten wir an Lösungen, um den vorhandenen, geringen Bauraum in den Nutzfahrzeugen effektiv zu nutzen. Durch unsere hauseigene Forschung & Entwicklung bieten wir unseren Kunden eine individuelle Betreuung. Wir sind bereits in einem sehr frühen Stadium in den Entwicklungsprozess eingebunden. So entstanden die Doppelkammerbehälter der neuen Generation oder die Headfix-Lösung, ein neues Befestigungskonzept, für das keine zusätzliche Halterkonstruktion notwendig ist. Diese F&E-Kompetenz garantiert uns eine langfristige Lieferung an unsere Kunden. Die schnelle Austauschbarkeit, wie wir es bei den Standardbehältern vorfinden, wird damit ausgeschlossen.

 

Eine Verbreiterung der Kundenbasis ist ein wesentliches Ziel von Frauenthal Automotive. Welche Kundensegmente stehen im Fokus?

Jörgen Oldenstedt:
Neben den zahlreichen Komponenten für die PKW und LKW-Branche produziert Gnotec unterschiedlichste Metallteile für die Industrie und Sicherheitsbranche. Beispiele sind Teile für Wärmeaustauscher und Türsysteme, Ventilatorenabdeckungen für Schiffsmotoren oder Produkte wie Öltanks und Hüllen für Synthesizer.

Jörg Hessler:
In der Business Unit Druckluftbehälter ist es unser Ziel, neue Kundensegmente zu gewinnen. Es laufen bereits Gespräche über neue Einsatzgebiete für unsere Druckluftbehälter abseits des automotiven Sektors.